Kirchenführer

Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Berndorf

Erzdiözese Salzburg • Land Salzburg, Flachgau

Aus der Geschichte
Außenansicht der Pfarrkirche und Annakapelle

Außenansicht der Pfarrkirche und Annakapelle

Berndorf liegt im Salzburger Alpenvorland im Gebiet der Trumer Seen auf den sanften nordöstlichen Ausläufern des Haunsberges. Der Name Berndorf leitet sich nach Georg Stadler von Pero (=der „Bärenstarke“), einem bajuwarischen Freibauern des Frühmittelalters ab.

Als älteste Kirche im Pfarrgebiet wird die Kirche zu Lauterbach in einer Urkunde aus dem Jahr 767 erwähnt.

Berndorf zählt zu den ältesten Pfarren unserer Diözese, zu der früher auch zur Gänze die Gebiete von Nussdorf (bis 1683) und Perwang (bis 1786) gehörten. Daraus ist verständlich, dass bis heute der „Unterberg“ – die Ortschaften Lauterbach bis Kastenau im Oichtental (Gemeinde Nussdorf) und Baumgarten (Gemeinde Perwang / Oberösterreich) zur Pfarre Berndorf zählen.

In Berndorf wird zum ersten Mal um 1000 eine Kirche urkundlich erwähnt. 1125 wird die romanische Kirche „Maria in den Erlen“ eingeweiht. 1130 wird der erste namentlich bekannte Pfarrer von Berndorf – Wisinto – genannt.

Bei Grabungsarbeiten während der Innenrenovierung der Pfarrkirche im Jahr 1984 konnten die Fundamente von drei Vorgängerbauten zur heutigen Kirche freigelegt werden.

1442 wird die jetzige Pfarrkirche neu und vergrößert im gotischen Stil errichtet. Die Legende erzählt, dass beim Bau der neuen Kirche, die man an einer trockeneren Stelle errichten wollte, die Marienstatue immer wieder an ihren ursprünglichen Platz – ,,in die Erlen“ (kennzeichnet feuchten Boden) – zurückkehrte.

Auf einem Ortsplan von Berndorf aus dem Jahr 1575 scheinen bereits zwei Kirchen auf – Pfarrkirche und Annakapelle. 1684 erhält der 53 m hohe Turm der Pfarrkirche seine heutige Form. Auf den ursprünglich romanischen Turm wird ein achtseitiges Glockengeschoß mit vier rundbogigen Schallfenstern, Zwiebelhelm, Laterne und vergoldeter Strahlenmadonna aufgesetzt.

Ortsplan von Bemdorf 1575

Ortsplan von Bemdorf 1575

 

Um 1700 ist Berndorf ein vielbesuchter Marienwallahrtsort, in dessen Mittelpunkt die Verehrung der spätgotischen Gnadenmadonna steht.

Um der dadurch häufig auftretenden Platznot in der Kirche abzuhelfen wird 1696 bis 1700 das nördliche Seitenschiff im barocken Stil angebaut.

In einem Ansuchen des Pfarrers Menas Menne an den Fürsterzbischof Johann Ernst GrafThun aus dem Jahr 1692 heißt es, dass nicht nur an den hohen Festtagen des Kirchenjahres sondern an fast allen Sonntagen durch die vielen Besucher und Wallfahrer „ein so ungläubiges (unglaub-
liches) Gethümel, schreyen und wimbslen (Wimmern)“  entstünde, dass zu befürchten sei, „es miese ain oder ander an der Stelle ertruckht werden“. Auch die Inneneinrichtung wird dem barocken Stil angepasst.

Von 1829 bis 1835 wirkte Franz Xaver Gruber, der Komponist des weltbekannten Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“, als Lehrer, Mesner und Organist in Berndorf.

1853/55 wird die wertvolle Barockausstattung wieder entfernt und durch drei neuromanische Altäre, Kreuzwegbilder und eine Holzkanzel ersetzt. (Die barocke Kanzel findet nach dem verheerenden Dorfbrand von Obertrum im Jahr 1917, bei dem auch die Pfarrkirche niederbrannte, in der wiedererrichteten Kirche einen würdigen Platz.)

1909 erfolgt die nächste Innenrenovierung, bei der die in der Barockzeit entfernten Rippen der gotischen Sterngewölbe wieder in Stuck rekonstruiert werden. Im Zweiten Weltkrieg mussten die Glocken für Rüstungszwecke abgenommen und abgeliefert werden. 1949 weiht Weihbischof Johannes Filzer drei neue Glocken mit 1239 kg (Es), 609 kg (G) und 365 kg (B).1955 werden die neuromanischen Altäre entfernt.

Bei der Innenrestaurierung 1984 bis 1988 erhält die Pfarrkirche ihr heutiges Aussehen. Nach Abschluss der Grabungsarbeiten durch das Bundesdenkmalamt wird der Altarraum neu gestaltet und werden die „Kinderbänke“ entfernt, Volksaltar, Ambo und Taufbecken erhalten ihren jetzigen Standort, die Kommunionbank wird nach rückwärts verlegt, der Boden mit neuen Marmorplatten belegt, die
untere Empore vollkommen erneuert, eine moderne Lautsprecheranlage und neue Beleuchtungskörper werden installiert und die beiden barocken in Fusch angekauften Seitenaltäre aufgestellt.

Führung durch die Kirche

Die Pfarrkirche wurde vor bald 600 Jahren (1442) erbaut und im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert und dem gerade aktuellen Zeitgeschmack angepasst. Wegen der großen und hohen Fenster ist der hohe, nach oben strebende Kirchenraum sehr hell und freundlich und Licht durchflutet. Sie ist der Maria Himmelfahrt geweiht (Patrozinium am 15. August).Plan der kirchen

Die Pfarrkirche ist eine dreischiffige Hallenkirche im spätgotischen (Haupt- und rechtes Seitenschiff mit Sternrippengewölbe und Spitzbogenfenstern) und barocken Stil.

Volksaltar und Hochaltar mit Strahlenmadonna

Volksaltar und Hochaltar mit Strahlenmadonna

Hochaltar: Auf der mit Holz verkleideten Mensa ruht der Tabernakel mit zwei Anbetungsengeln. Darüber thront im zugemauerten Fenster der Chorabschlusswand die aus Holz geschnitzte Strahlenmadonna. Sie wurde um 1460 von einem unbekannten Bildhauer angefertigt und stellt ein hervorragendes Beispiel

Strahlenmadonna

Strahlenmadonna

spätgotischer Schnitzkunst dar. Auf einem Sockel ruhend trägt sie auf dem rechten Arm das Jesuskind mit dem Zepter in der rechten Hand. In der linken Hand hält sie die Erdkugel. Die Kunsthistoriker sind sich nicht einig, worauf Maria steht. Es ist nicht eindeutig zu erkennen und zuzuordnen, ob es sich um den Mond (sehr häufig bei Mariendarstellungen anzutreffen) handelt. Wie viele Bitt- und Dankgebete mögen die Menschen der vergangenen Jahrhunderte und der Jetztzeit wohl vertrauensvoll der „Maria in den Erlen“ vorgetragen haben?

Darunter stehen auf Podesten die Statuen von Joachim und Anna, der Eltern der Gottesmutter (1852 / 53). Über der Madonna hängt eine Heiliggeisttaube.

Volksaltar: Auf einem kubischen Konglomeratstein und zwei vieleckigen Säulen aus Untersberger Marmor ruht die Altarplatte aus Muschelkalk, die aus einem alten Grabstein gewonnen wurde (1988).

Taufstein: Rechts im Altarraum ruht auf einer runden Bodenplatte und einem gedrungenen Schaft das zwölfseitige Taufbecken aus Adneter Marmor (1. Hälfte des 16. Jhd.), das von einem Messingaufsatz abgedeckt wird.

Die Kommunionbank liefert Johann Högler aus Salzburg (1751); sie ist aus Adneter und Untersberger Marmor gefertigt.

Die neuromanische aus Holz bestehende Kanzel (Johann Scheidl, 1853) besitzt eine achteckige Form;

Neuromanische Kanzel

Neuromanische Kanzel

am Kanzelkorb sind Relieffiguren von Christus und den vier Evangelisten (von rechts: Lukas mit Stier, Johannes mit Adler, Christus, Markus mit Löwe, Matthäus mit Engel und Buch) und an der Unterseite des Schalldeckels ist eine Heiliggeisttaube angebracht.

Auf Vorschlag von Prälat Johannes Neuhardt werden 1982 die beiden barocken Seitenaltäre von der Pfarre Fusch angekauft und renoviert. Der Altaraufbau des rechten Seitenaltars (1722) besteht aus Holz und ist grün und rot marmoriert.

Das Altarbild zeigt den Heiligen Antonius, das Oberbild die
Heilige Katharina von Alexandrien.

 

Der Hl. Antonius wurde 1195 in Lissabon geboren. Er war Mönch und hatte eine außergewöhnliche Redebegabung, die er in seinen Predigten gegen die Irrlehren der Albigenser und Waldenser einsetzte. Die Hl. Katharina von Alexandrien zählt zu den Vierzehn Nothelfern. Sie soll eine Königstochter aus Zypern gewesen sein, die um 300 n. Chr. im ägyptischen Alexandrien lebte. Ein Einsiedler soll sie vom Glauben an Jesus Christus überzeugt haben. Sie erlitt wegen ihres christlichen Glaubens den Märtyrertod.

Das Altarbild des linken Seitenaltars (1713) stellt den Heiligen Josef mit dem Jesuskind, das Oberbild die Krönung Mariens dar.

rechter Seitenaltar

rechter Seitenaltar

Die vierzehn Kreuzwegbilder wurden 1853 von Sebastian Stief auf Holz gemalt.

397Kreuzwegbild Zwei der insgesamt vierzehn KreuzwegbilderDie Wangen der Kirchenbänke wurden 1751/52 vom Kunsttischler Christoph Pramer am Wendlberg gefertigt. Sie bestehen aus Eichenholz und sind mit flachen Reliefschnitzereien versehen.

Die beiden Beichtstühle an der Rückwand der Kirche sind barocken Ursprungs. Sie wurden 1962 erneuert und mit Antikglasfenstern und Zierraten versehen.

Die Glasfenster (1890), bestehend aus Putzenscheiben, wurden 1974/75 doppelt verglast.

Reliefschnitzereien auf den Wangen der Kirchenstühle

Reliefschnitzereien auf den Wangen der Kirchenstühle

Hl. Wandel

Hl. Wandel

Die untere Empore, die sich über alle drei Schiffe erstreckt, wird 1747 eingebaut. Wegen Baufälligkeit wurde sie bei der letzten Innenrenovierung 1984 zur Gänze erneuert und der Unterbau durch eine Stahlkonstruktion ersetzt.

An der nördlichen Seitenwand der unteren Empore hängt das Ölbild „Der heilige Wandel“ aus der Barockzeit. Es zeigt die Heilige
Familie; Maria und Josef führen das Jesuskind an der Hand, darüber ist Gott Vater und der Hl. Geist in Gestalt einer Taube zu sehen.

Die erste Orgel der Pfarrkirche wird 1766 genannt, errichtet von Rochus Egedacher. Die jetzige Orgel wird von Hans Mauracher, Salzburg, 1892 aufgestellt, wobei das bestehende Orgelgehäuse wiederverwendet wird.

obere Empore mit Orgel

obere Empore mit Orgel

An den Wänden des Kirchenraums sind eine Reihe von Grabplatten angebracht, die bis über 500 Jahre alt sind.

Grabplatte unterhalb der Kanzel

Grabplatte unterhalb der Kanzel

Der schon sehr abgetretene Grabstein aus rotem Marmor an der Abschrägung unterhalb der Kanzel trägt die Inschrift in gotischer Minuskelschrift: „Hie ligt begraben der Edl und Vest Cristan Noppinger der ist gestorben am mantag nach Scholasticatag anno domini 1515 Jar dem got genadig sei. Auch ligt hie Cristoff Noppinger sein Sonn der gestorben ist an unser lieben frawentag … 1513 jar.“ Darunter ist ein großes Wappen mit Helmzier und Ranken zu erkennen.

An den zwei Pfeilern zwischen dem linken Seiten- und dem Hauptschiff sind die Figuren des Hl. Florians (Mitte 18. Jhd.) und des Hl. Leonhards (Mitte 19. Jhd.) angebracht.

Der Hl. Florian war ein römischer Beamter, der zum christlichen Glauben übertrat und dafür den Märtyrertod starb. Er wurde 304 in der Enns bei Lorch mit einem Mühlstein um den Hals ertränkt. Er gilt als Patron der Feuerwehr und des Bundeslandes Oberösterreich.

Hl. Florian

 

Der Hl. Leonhard war Einsiedler und Abt in Frankreich und lebte um 500. Er wird als Patron der Haus- und Nutztiere und der Gefangenen verehrt.

An der Südseite betritt man die Pfarrkirche durch das spätgotische Spitzbogenportal. An der Südwand der Sakristei ist eine Sonnenuhr mit einem Wandgemälde, das die Heilige Dreifaltigkeit darstellt (sign. G. Wünsch), angebracht.

Pfarrkirche und Annakapelle sind durch einen Arkadengang miteinander verbunden. In einer Nische links neben dem Kirchenportal befindet sich die Ölberggruppe (Anfang 18. Jhd.) mit den Figuren des betenden Christus, den drei schlafenden Jüngern und einem Engel mit Kreuz und Kelch.

 

Ölbergruppe

Ölbergruppe in der Nische neben dem Kirchenportal

 

Sonnenuhr

Sonnenuhr mit Wandgemälde an der Südseite der Pfarrkirche

 

Annakapelle

Die südlich der Pfarrkirche gelegene „kleine Kirche“ oder Annakapelle ist spätgotisch und einschiffig, hat einen rechteckigen Grundriss mit dreieckförmigem Abschluss im Chorraum und wurde später barockisiert. Bei der letzten Renovierung im Jahr 1987 wurden über dem Altar Rankenmalereien aus dem 16. Jahrhundert freigelegt. Der Turm (1760) hat ebenfalls barocke Schallfenster und einen Zwiebelhelm. An der Nordseite war früher ein Beinhaus angefügt, in dem bemalte und beschriftete Totenköpfe aufbewahrt wurden. Seit den Renovierungsarbeiten im Jahr 1987 dient es als Priestergrab. Josef Hönig (1967 Pfarrer von Berndorf) fand hier seine letzte Ruhestätte. An der Westseite ist an die Annakapelle die Aufbahrungshalle angebaut. Der Maler Prof. Arthur Sühs stattete das Innere mit einem Wand- und Deckengemälde aus.

Der Hochaltar der Annakapelle besitzt eine gemauerte Mensa und einen Altaraufbau aus Holz mit schwarzem Originalanstrich aus dem Jahr 1656. Das Mittelfeld der Predella trägt die Inschrift: „Zu Ehren der allerheiligsten und untzertaillten Dreifaltigkeit und der Hochgelobten Hömmelkönigin Maria muetter Gottes, auch seinen Heiligen Patronen S: Anna S: (Sebastian und S: Rochus) hat disen Altar machen lassen zu hegst schuldigster danckhperkhait gegen Gott und olen heiligen der Wol Erwirdig in Gott Geistlich, Edl und Hochgelehrter Herr Magister Tobias Khnafer, im Leben gewester Kirch. Und Pfarrherr  in die 28: Jar zu Perndorff, dessen liebe Eltern H. Vatter Georgius Khnafer, im Leben gewester Hochfirstlicher Saltzburgerischer Leib Trumpeter und Maria Fragtin sein Eheliche Hausfrau dabey alhie rasten und begraben seindt.“ Das Altarbild zeigt die Heilige Familie mit der Hl. Anna, der Mutter Marias. Links und rechts stehen die Statuen des Hl. Sebastians und des Hl. Rochus (Pestheilige), im unterbrochenen Rundbogengiebel die Figur des Erzengels Michael mit Flammenschwert und Seelenwaage.

Hochaltar der Annakapelle

Hochaltar der Annakapelle

Die beiden Pestheiligen Sebastian und Rochus weisen auf die öfters aufgetretene Pestnot im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit hin. Auch in Berndorf brach sie mehrmals aus. Am schlimmsten war es 1714, als vom 14. Juli bis zum 18. Dezember 50 Menschen von der Pest hinweggerafft wurden. Wenn die Menschen wie bei der Pest einer Krankheit vollkommen hilflos gegenüberstehen, ist es erklärlich,
dass sie bei den Pestheiligen Zuflucht nehmen und um ihre Fürsprache bei Gott beten.

Der Hl. Sebastian wurde im 3. Jahrhundert in Mailand geboren, war römischer Soldat unter Kaiser Diokletian und wurde gemartert und mit Pfeilen beschossen, weil er den christlichen Glauben annahm. Er wird von Sterbenden und Pestkranken angerufen.

Der Hl. Rochus wurde 1295 in Montpellier geboren. Auf einer Pilgerfahrt nach Rom soll er vielen Pestkranken geholfen haben. Er ist Schutzpatron der Pestkranken und Haustiere.

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Figur des gegeißelten und gefesselten Leidenschristus

Anlass und Grund für den Bau der Annakapelle liegen im Dunkeln. Zwei für Berndorf belegte Bruderschaften wie die Armenseelen – und die Rosenkranzbruderschaft statteten sie mit Stiftungen aus. Georg Stadler schreibt darüber im Berndorfer Heimatbuch: „Ihnen (den Bruderschaften) kam im religiösen, sozialen und innerpfarrlichen Leben, verschiedentlich auch in finanzieller Hilfestellung große Bedeutung zu.“ Unter dem Kreuz an der linken Seitenwand ist eine kleine Marmorplatte mit folgender Inschrift eingelassen, die von so einer Stiftung zeugt: Gott und U. L. Frauen zu höchsten ehren, allen lebendigen zur Andacht und allen Christgläubigen Seelen zu Hilff und trost, auch ihren im Ehestand erzeugten 9 Kindern zum angedenken, haben noch bey lebzeiten Johannes Vedl Kramer und 20 iahr alhier treugester Bruedermeister und Maria Hinterhaußerin, sein in die 47 iahr (herz) 1. treugeweste Ehewürthin. Erstlieh Ao 1723 den 2. Jenner den auf ewig alhier zu halten alle Sambstag abents, und alle U. L. Frauen Fessttäg abents H. Roßencranz und Letaney mit 2 heiligen Seegen gestüfft, auch Ao 1729 vor sye beede und deren ganze Freundschaft einen ewigen Jahrtag alzeit den 6ten Maii mit Vigill und Heiligen Seel- Ambt alliährlich zuhalten gestüfft und diße Figur alher machen lasßen. Auch ihr zeitliches Ruhestättl alhero ausgebetten. Der gestorben Ao 1732 den 25. Maij im 71. iahr seines alters. Die gestorben Ao 1739 den 21. Sebtemer im 91. iahr ihres alters. Gott verleihe ihnen die ewige freud und Seeligkeit. Amen. Welch getreues Par IM Ehestand (herz) l. iebst War (:47:) Iahr. VATER ET.AVE“

Ölbild „Die 7 Schmerzen Mariä“

 

Gegenüber dem Eingang zieht die lebensgroße, kniende Figur des gegeißelten und gefesselten Leidenschristus, die in einer vergitterten Mauernische steht, die Blicke jedes Eintretenden auf sich (um 1700).

Darüber ist das Ölbild „Die 7 Schmerzen Mariä“ (2. Hälfte 17. Jhd.) angebracht. Die untere Leiste des Holzrahmens, der mit geschnitzten und vergoldeten Blattranken versehen ist, trägt die Aufschrift: „Maria zü Ehren der 7 schmerzen Bitt fir mich dein (herz) Liebstes kindt und auch somit gnad erwerben dankh ich von ganzen Herzen, das er verzeich alle meine Sindt dass mir Christlich sterben.“

In der Rundbogennische der Rückwand hängt das Ölbild „Schutzengel rettet Kind vor feuerspeienden Drachen“
(Mitte 18. Jhd.).

Franz Haberl

 

 

Quellen und Literatur:

Georg Stadler, 1200 Jahre Berndorf, Berndorf 1989; Österreichische Kunsttopographie Bd. X, s. 251-264 – Dehio – Salzburg, Wien 1986; Pfarrachiv Berndorf, Chronik.

Fotos: Karoline Vatschger, Berndorf